Pflegegrade – Neue Pflegestufen ab 2017

Der 01.01.2017 ist der Stichtag für die neuen Pflegegrade, welche die bis dato gültigen Pflegestufen ablösen sollen. Die Pflegegrade treten im Rahmen des 2. Pflegestärkungsgesetzes in Kraft und läuten somit eine der größten Pflegereformen ein. Ab 2017 werden folgende Pflegegrade zur Verfügung stehen:
Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4, Pflegegrad 5



Was sind Pflegegrade?

Pflegegrade sind ein Stufensystem, in das pflegebedürftige Menschen eingeteilt werden, um ihnen, je nach Einstufung, Leistungen aus der Pflegeversicherung zu ermöglichen. Bisher wurde das Stufensystem durch die sogenannten Pflegestufen repräsentiert. Mit der Pflegereform 2016/2017 werden diese in die Pflegegrade umgewandelt. Verankert ist diese Umwandlung in § 140 des SGB 11.

Die Umstellung hilft insbesondere geistig Pflegebedürftigen, die bisher nicht die gleichen Pflegeleistungen finanziert bekommen konnten wie körperlich Pflegebedürftige. Besonders demenzkranke Personen, die zwar körperlich meist noch fit sind, aber dennoch ein hohes Maß an Pflege brauchen, erhielten bisher weniger oder kaum Leistungen. Der Grund dafür war, dass die Pflegestufen in erster Linie auf körperlich Pflegebedürftige ausgerichtet waren. Seit 2012 wurden die Pflegeleistungen zwar auch für Demenzkranke und psychisch Kranke oder geistig Behinderte angehoben, eine angemessene Gleichstellung wird jedoch erst mit den Pflegegraden in 2017 erreicht.


Für wen sind die Pflegegrade?

Die Pflegegrade dienen der Einstufung geistig und körperlich pflegebedürftiger Menschen. Dies betrifft somit auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz: Demenzkranke, langfristig psychisch Erkrankte und geistig Behinderte.


Pflegegrad erhalten?

Für den Erhalt von Pflegeleistungen müßen Sie bei der Pflegekasse einen Pflegegrad beantragen. Allerdings ist hierbei zu unterscheiden, ob bereits eine Pflegestufe vorhanden ist, oder ob erstmalig ein Antrag gestellt wird.

  • Wer ab 2017 erstmalig einen Antrag stellt, wird persönlich nach dem neuen Begutachtungsassessment begutachtet.
  • Wer vor 2017 bereits eine anerkannte Pflegestufe hatte, wird nicht erneut einem Begutachtungsverfahren unterzogen. Die Pflegestufen werden dann automatisch in Pflegegrade umgewandelt.

Vorhandene Pflegestufe in Pflegegrad umrechnen?

Für die Umwandlung von Pflegestufe in Pflegegrad gibt es ab dem 01.01.2017 einen Bestandsschutz, der dafür sorgen soll, dass nach der Umstellung niemand schlechter gestellt wird. Im Folgenden eine Tabelle für die Umwandlung der einzelnen Pflegestufen in Pflegegrade:

PflegegradEntspricht folgenden Pflegestufen
Pflegegrad 1Vor 2017 nicht vorgesehen
Pflegegrad 2Pflegestufe 0 + Pflegestufe 1
Pflegegrad 3Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz + Pflegestufe 2
Pflegegrad 4Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz + Pflegestufe 3
Pflegegrad 5Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz + Pflegestufe 3 Härtefall

Pflegegrade Tabelle: Leistungen & Geld

GradPflegegeldPflegesachleistungTeilstationärVollstationär
Pflegegrad 1125 €0 €0 €125 €
Pflegegrad 2316 €689 €689 €770 €
Pflegegrad 3545 €1.298 €1.298 €1.262 €
Pflegegrad 4728 €1.612 €1.612 €1.775 €
Pflegegrad 5901 €1.995 €1.995 €2.005 €

Weitere Leistungen bei häuslicher Pflege & Pflegegrad

Mit einem anerkannten Pflegegrad besteht Anspruch auf folgende Leistungen, wenn die Pflege ambulant erfolgt:

    1. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen von bis zu 4.000 € (einmalig für alle Maßnahmen des barrierefreien Umbaus, wie beispielsweise Treppenlifte)


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  1. Medizinische Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel:
    • Hausnotruf (monatlich 18,36 € + zusätzlich einmalig 10,49 €)
    • Pflegehilfsmittel (monatlich 40 €)
    • Hilfsmittel, die im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenversicherung aufgeführt sind
  2. Kostenfreie Pflegekurse für Angehörige, sowie für ehrenamtliche Pflegepersonen
  3. Kostenlose Beratung & Beratungsbesuche


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Pflegegrade: Voraussetzungen?

Das Gutachten für die Einteilung in einen Pflegegrad wird ab 2017 nach einem neuen Prüfverfahren (NBA – Neues Begutachtungsassessment) durch die MDK Gutachter oder andere qualifizierte Prüforganisationen durchgeführt. Der Antragsteller/die Antragstellerin wird dabei persönlich überprüft und anhand eines Fragenkataloges mit Punktesystem in einen bestimmten Grad der Selbständigkeit eingeteilt.

Nach dem Gutachten entscheidet dann die jeweils zuständige Pflegekasse, ob und welcher Pflegegrad genehmigt wird. Je höher die Anzahl der ermittelten Punkte, desto höher der erlangte Pflegegrad und die damit verbundenen Pflege- und Betreuungsleistungen durch die Pflegekasse.

Punkte als Voraussetzungen für Pflegegrade

GradPunkte
Pflegegrad 112,5 bis unter 27 Punkte
Pflegegrad 227 bis unter 47,5 Punkte
Pflegegrad 347,5 bis unter 70 Punkte
Pflegegrad 470 bis unter 90 Punkte
Pflegegrad 5*90 bis 100 Punkte

*Anmerkung: Bei Pflegebedürftigen, die eine besondere Bedarfskonstellation (Härtefall mit höchster Pflegestufe) besitzen, kann der höchste Pflegegrad auch dann erhalten werden, wenn die 90 Punkte nicht erreicht wurden.


Neues Begutachtungsassessment (NBA)?

Das neue Begutachtungsassessment (NBA) soll den vorhandenen Umfang der Selbständigkeit mittels 6 Modulen ermitteln und die Punktevergabe für Pflegegrade ermöglichen. Hierfür werden die wichtigsten Gesichtspunkte basierend auf körperlichen, psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen untersucht.

Modul 1 – Mobilität (10 %)

  • Wechsel der Position im Bett
  • Sitzposition stabil halten
  • Aufstehen und Umsetzen aus sitzender Position
  • Fortbewegung im Wohnbereich inklusive Treppensteigen

Modul 2 – Kognitive & Kommunikative Fähigkeiten (15 % für Modul 2+3)

  • Erkennen von Personen aus dem näheren Umfeld
  • Orientieren am Ort
  • Orientieren an der Zeit
  • Gedächtnis
  • Ausführen oder Steuern von mehrschrittigen Alltagshandlungen
  • Treffen von Entscheidungen des Alltagslebens
  • Verstehen von Informationen & Sachverhalten
  • Erkennen von Gefahren & Risiken
  • Mitteilen von elementaren Bedürfnissen
  • Verstehen von Aufforderungen
  • Beteiligen an Gesprächen

Modul 3 – Verhaltensweisen & Psychische Problemlagen (15 % für Modul 2+3)

  • Verhaltensauffälligkeiten, die motorisch geprägt sind
  • Unruhe in der Nacht
  • Verhalten, das selbstschädigend & autoaggressiv ist
  • Beschädigen von Gegenständen
  • Verhalten gegenüber anderen Personen, das physisch aggressiv ist
  • Verhalten, das verbal aggressiv ist
  • Anderweitig vokale Auffälligkeiten
  • Abwehren von pflegerischen oder anderen unterstützenden Maßnahmen
  • Wahnvorstellungen
  • Sinnestäuschungen
  • Angstzustände
  • Antriebslosigkeit
  • Depressive Stimmungslage
  • Verhalten oder Handlungen, die sozial inadäquat sind

Modul 4 – Selbstversorgung (40 %)

  • Pflege des Körpers: Vorderen Oberkörper waschen, Rasieren, Kämmen, Zähneputzen, Reinigung von Prothesen, Waschen des Intimbereiches, Duschen oder Baden inklusive Haarwäsche
  • Ankleiden / Auskleiden: Oberkörper und Unterkörper ankleiden / auskleiden
  • Ernähren: Mundgerechte Zubereitung von Essen, Eingießen von Getränken, Essen, Trinken
  • Ausscheiden: Benutzen von Toilette oder Toilettenstuhl, Bewältigen von Harninkontinenz, Umgehen mit Dauerkatheter & Urostoma, Bewältigen von Stuhlinkontinenz, Umgehen mit Stoma.
  • Gravierende Probleme bei der Nahrungsaufnahme bestehen, die einen außergewöhnlich pflegeintensiven Hilfebedarf auslöst (nur Kinder von 0 bis 18 Monaten)

Modul 5 – Krankheits- oder Therapiebedingte Anforderungen & Belastungen (20 %)

  • Umgang mit Medikationen
  • Umgang mit Injektionen
  • Umgang mit intravenösen Zugängen
  • Umgang mit Absaugungen oder Sauerstoffgabe
  • Umgang mit Einreibungen
  • Umgang mit Kälteanwendungen / Wärmeanwendungen
  • Umgang mit Messung & Deutung von Körperzuständen
  • Umgang mit körpernahen Hilfsmitteln
  • Umgang mit Verbandswechsel & Wundversorgung
  • Umgang mit der Wundversorgung bei Stoma
  • Umgang mit regelmäßiger Einmal-Katheterisierung
  • Umgang mit Abführmethoden
  • Umgang mit Therapiemaßnahmen in häuslicher Umgebung
  • Umgang mit zeitintensiven und technikintensiven Maßnahmen in häuslicher Umgebung
  • Umgang mit Arztbesuchen
  • Umgang mit dem Besuch anderer medizinischer oder therapeutischer Einrichtungen
  • Umgang mit zeitlich ausgedehntem Besuch medizinischer oder therapeutischer Einrichtungen
  • Umgang mit dem Besuch von Einrichtungen zur Durchführung von Frühförderung (nur Kinder)

Modul 6 – Alltagsleben & Soziale Kontakte (15 %)

  • Gestalten und Verändern des Tagesablaufs
  • Ruhen & Schlafen
  • Sich selber beschäftigen
  • Vornehmen von Planungen in der Zukunft
  • Interaktion & Kontaktpflege mit Personen innerhalb oder außerhalb des direkten Umfeldes

Anmerkung:
Zum Ermöglichen der individuellen Pflegeplanung, z.B. durch Pflegekräfte, gibt es noch zwei weitere Module, die allerdings nicht für die Einstufung herangezogen werden: „Modul 7 – Außerhäusliche Aktivitäten“ und „Modul 8 – Haushaltsführung“.



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